Eine Lanze für den Einsatz digitaler Medien im Unterricht

Bei „The Inspired Classroom“ ist ein toller Gastartikel von Neven Jurkovic, dem CEO von softmath, erschienen. Mit seinem offenen Brief wendet sich Neven Jurkovic an all jene Lehrer, die sich immer noch kategorisch vor den sog. Neuen Medien verschließen.

Jurkovic greift sich die drei am häufigsten vorgebrachten Vorbehalte gegen den Einsatz neuer Technologien im Unterricht heraus und bringt seine Argumente hervor, um eben diese Vorbehalte zu entkräften.

Der Digital Divide

“The kids will learn technology whether we teach it or not, so why waste our time on it?”

Eine beliebte Aussage der „technophobic teachers“ ist laut Jurkovic, dass die Kids ja ohnehin die neuen Technologien schon von klein auf erlernen, egal ob man sie in den Unterricht einbezieht oder nicht. Die bewusste Integration neuer Technologien, – die ja mit Arbeit verbunden ist, wenn man sich selbst auf dem Gebiet nicht sicher fühlt -, sei also reine Zeitverschwendung.

Jurkovic bemerkt sehr richtig, dass natürlich das reine Wissen darum, wie man ein Facebook-Profil anlegt und dass man Videos auch online über Youtube schauen kann, noch lange nicht dazu befähigt, die neuen Technologien und Möglichkeiten auch gewinnbringend für die eigene (Weiter-) Bildung und zum selbständigen Erarbeiten neuer Lerninhalte einzusetzen. Unsere Kinder müssen nicht nur die rein technischen Aspekte des Anlegens einer Facebook-Seite oder eines Youtube-Accounts kennen. Viel wichtiger ist es, dass sie Medienkompetenz erwerben, dass sie im Internet seriöse von nicht seriösen Informationsangeboten unterscheiden lernen, dass sie wissen, wie sie die Angebote sinnvoll für sich nutzen können.

Schüler für neue Technologien begeistern

“Technology changes so fast that anything we teach them about technology will be obsolete by the time they get into the workplace.”

Ein weiteres Argument der Verweigerer neuer Technologien im Unterricht ist, dass sich die Technologien so rasend schnell verändern, dass im Moment des Berufseintritts der eigenen Schüler dieses vermittelte Wissen ohnehin schon wieder obsolet sei. Wenn man sich im Unterricht auf die Vermittlung der technischen Bedienung einzelner Tools und Social Networks beschränkt, mag diese Vermutung sogar zutreffen, so Jurkovic. Auch hier muss ich ihm zustimmen; Ziel sollte meiner Meinung nach vielmehr sein, die Kinder für die neuen Technologien und deren Möglichkeiten zu begeistern. Wenn man schon von klein auf und auch im Schulunterricht selbstverständlich mit den zur Verfügung stehenden (oft kostenfreien) Tools umzugehen und sie für das eigene Lernen oder Präsentieren einzusetzen weiss, wird man auch die vielen Vorteile und Arbeitserleichterungen hieraus erkennen. Und was kann es Besseres geben, um bei den Kindern eine Motivation zum eigenständigen „Am-Ball-bleiben“ bei diesen Themen zu erwecken? Und genau das ist es doch, was die Kinder der heutigen Generation in Zukunft auf dem Arbeitsmarkt werden in die Waagschale werfen müssen: Nicht die pure technische Kenntnis von der Funktionsweise einzelner Tools, sondern auch die Fähigkeit, Tools gewinnbringend einzusetzen und sich stets weiterzuentwickeln!

Unverzichtbare Skills für den Arbeitsmarkt der Zukunft

“We didn’t have much technology in schools when I was growing up, and we turned out just fine.”

Das dritte oft vorgebrachte Argument von Technologieverweigerern erscheint in meinen Augen geradezu abstrus: „Früher, als ich Kind war, hatten wir auch nicht so viel Technologie in der Schule, und aus mir ist auch etwas geworden!“

Ja, liebe „technophobic teachers“, früher war ja auch eine andere Zeit! Heutzutage ist es essenziell, sich mit den neuen Technologien auseinander zu setzen, wenn man am Arbeitsmarkt eine Chance haben möchte. Natürlich benötigt man nicht für jedes Jobprofil tiefgehende Programmierkenntnisse, jedoch wird ein technologisches Grundverständnis in immer mehr Berufsbildern vorausgesetzt. Ganz zu schweigen von einer der wichtigen Soft Skills, sich mithilfe der neuen Medien selbst neue Inhalte zu jeglichen Themenbereichen anzueignen.

Daher werft bitte Eure Vorbehalte über Bord und tastet Euch langsam an diese Thematik heran. Eure Schüler werden es Euch danken, und auch Ihr selbst werdet merken, wie die neuen Technologien Euch bereichern können.

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